Ich habe auf YouTube eine komplette Serie zu meinem selbstgebauten NAS-Server veröffentlicht. Darin zeige ich, wie ich mit Proxmox VE (PVE), Cockpit und 45Drives mein NAS im Netzwerk bereitstelle. Einige Zuschauer haben mich gebeten, eine dedizierte Anleitung speziell für Cockpit und 45Drives zu machen. Also stelle ich Ihnen hier eine einfache Anleitung zur Verfügung, die zeigt, wie Sie Ihr System genauso aufbauen können.
Mit meiner Anleitung ist das nicht kompliziert und mit den richtigen Schritten bekommen Sie Ihren Debian-Datei-Server in kurzer Zeit zum Laufen. Wenn Sie aktuell den Weg über die Google-Suche gehen werden Sie auf Github die Anleitung finden, welche aber sehr viel komplizierter ist, als diese hier.
Schnellinstallation von Cockpit und 45Drives auf Debian
1. Benutzer erstellen und der Sudo-Gruppe hinzufügen – dieser User wird benötigt um auf Cockpit zugreifen zu können, root ist Standardmäßig gesperrt
adduser cockpit-admin --ingroup sudo
2. Paketlisten aktualisieren
apt update
3. Cockpit, File-Sharing-Dienste (NFS/Samba) & Basis-Tools installieren
apt install cockpit attr nfs-kernel-server samba curl
4. 45Drives Repository hinzufügen und direkt mit bash ausführen
Achtung: Das direkte Ausführen von Skripten aus dem Internet ist ein Sicherheitsrisiko. Vertrauensquelle unbedingt prüfen!
curl -sSL https://repo.45drives.com/setup | bash
5. File-Sharing-Plugin 45Drives per apt installieren
apt update && apt install cockpit-file-sharing
6. Cockpit-Dienst aktivieren und starten
systemctl enable --now cockpit.socket
7. Auf Cockpit zugreifen
https://server-ip:9090
Einen Ordner für die Freigabe anlegen
Da mein Server, den ich hier für diese Anleitung verwende nur eine Festplatte hat, und darauf das gesamte System installiert ist (Debian Installation, gesamte Festplatte verwenden, geführt) lege ich im Wurzelverzeichnis / einen Ordner an, den ich freigeben will:
mkdir -p /daten/mein-freigabe
Der Einhfachheit halber öffne ich den Ordner (Ausführen, Lesen, Schreiben) für Jeden:
Achtung: Für produktive Umgebungen sollten dedizierte Linux-Benutzer und Gruppenrechte verwendet werden.
Dieser Schritt dient ausschließlich dazu, die Anleitung möglichst einfach zu halten und die Funktion zu testen. 777 bedeutet, dass grundsätzlich jeder Benutzer lesen, schreiben und ausführen darf. Für einen produktiven Server sollte diese Einstellung nicht verwendet werden.
chmod 777 /daten/mein-freigabe
Natürlich können Sie Ordner anlegen wie es beliebt, auch auf anderen Disks. Dieser Ordner muss dann entsprechend via fstab gemounted werden. Das hier auch noch aufzudröseln, würde diese Anleitung aber sprengen. Das können Sie aber alles über Google suchen und nachlesen.
Freigabe mit 45Drives einrichten
Die Einrichtung ist sehr einfach. Aber dennoch. Da die Einrichtung einige Schritte erfordert, habe ich mich entschieden das in einem YouTube-Video zu zeigen. Das ist einfacher zu verstehen.
Was genau machen diese Befehle auf dem Debian-Linux-Server?
Diese Anleitung führt durch die Installation und Konfiguration eines modernen Verwaltungs-Dashboards für Linux-Server. Im Folgenden werden die einzelnen Schritte im Detail erläutert.
Schritt 1: Benutzer erstellen und der Sudo-Gruppe hinzufügen
Der Befehl adduser cockpit-admin –ingroup sudo erstellt einen neuen Benutzer namens „cockpit-admin“ und fügt ihn direkt der Sudo-Gruppe hinzu. Sie können natürlich auch einen anderen Namen verwenden.
Warum ist das notwendig?
Cockpit ist ein webbasiertes Verwaltungs-Interface für Linux-Server. Um sich anzumelden und administrative Aufgaben durchzuführen, wird ein Benutzeraccount mit erweiterten Rechten benötigt. Der Standard-Root-Account ist in modernen Debian-Systemen aus Sicherheitsgründen für Remote-Zugriff deaktiviert. Durch das Erstellen eines Benutzers mit Sudo-Berechtigung (Superuser Do – die Möglichkeit, Befehle mit Root-Rechten auszuführen) werden die notwendigen Administrationsrechte gewährleistet, ohne sich direkt als Root anmelden zu müssen. Dies entspricht einer Best Practice für erhöhte Sicherheit.
Nach diesem Befehl kann sich der Benutzer später mit dem Benutzernamen „cockpit-admin“ und einem während der Erstellung festgelegten Passwort anmelden.
Schritt 2: Paketlisten aktualisieren
Der Befehl apt update aktualisiert die Liste der verfügbaren Softwarepakete auf dem System.
Was passiert hier konkret?
Debian und Ubuntu verwenden einen Paketmanager namens APT (Advanced Package Tool). APT verwaltet alle Softwarepakete auf dem System – ähnlich einem App-Store auf mobilen Geräten. Damit APT weiß, welche Programme verfügbar sind und wo diese heruntergeladen werden, speichert es eine Liste aller verfügbaren Pakete aus den konfigurierten Repositories (Online-Quellen). Diese Liste wird mit der Zeit veraltet.
apt update synchronisiert diese lokale Liste mit den Online-Repositories und lädt die neuesten Informationen herunter. Dies ist ein wichtiger Schritt vor jeder neuen Software-Installation, da ohne aktualisierte Listen APT möglicherweise veraltete oder nicht verfügbare Versionen installieren könnte.
Schritt 3: Cockpit, File-Sharing-Dienste und Basis-Tools installieren
Der Befehl apt install cockpit attr nfs-kernel-server samba curl installiert mehrere Pakete gleichzeitig. Die einzelnen Komponenten werden nachfolgend erläutert:
Cockpit – Das zentrale Element dieser Anleitung. Cockpit ist ein webbasiertes Verwaltungs-Dashboard, mit dem Linux-Server über einen Browser gesteuert werden können, statt komplizierte Terminal-Befehle eingeben zu müssen. Speicherverwaltung, Benutzerverwaltung, Service-Kontrolle und weitere administrative Aufgaben sind über eine grafische Oberfläche möglich.
attr – Dieses Paket stellt Werkzeuge zur Verwaltung erweiterter Dateisystem-Attribute bereit. Es bildet eine technische Grundlage für die Funktion von Dateifreigaben und wird von Samba benötigt, um erweiterte Sicherheitsfeatures und Berechtigungen korrekt zu handhaben.
nfs-kernel-server – NFS steht für Network File System. Dies ist ein zuverlässiges Protokoll zum Freigeben von Ordnern über das Netzwerk. Besonders in Linux- und Unix-Umgebungen wird NFS häufig verwendet, da es sehr effizient arbeitet. Mit diesem Paket werden Ordner auf dem Server via NFS freigegeben und können von anderen Computern im Netzwerk darauf zugegriffen werden.
samba – Dies ist die moderne, universelle Lösung für Netzwerk-Freigaben. Samba implementiert das SMB/CIFS-Protokoll (Server Message Block), das von Windows, macOS und Linux verstanden wird. Mit Samba werden Ordner freigegeben, die dann als „Netzwerklaufwerk“ auf anderen Computern angebunden werden können – vergleichbar mit Windows-Netzwerkfreigaben. Samba ist der Standard für netzwerk-übergreifende Dateifreigaben.
curl – Ein universelles Kommandozeilen-Tool zum Herunterladen von Dateien aus dem Internet. Es wird in Schritt 4 verwendet, um das 45Drives-Repository-Setup-Skript herunterzuladen und auszuführen.
Schritt 4: 45Drives Repository hinzufügen
Der Befehl curl -sSL https://repo.45drives.com/setup | bash lädt ein Installations-Skript herunter und führt es aus.
Was genau passiert hier?
45Drives ist ein Unternehmen, das sich auf NAS-Lösungen spezialisiert. Es werden spezialisierte Plugins und Tools für Cockpit angeboten. Um diese Plugins zu installieren, muss die 45Drives-Paketquelle (Repository) zum System hinzugefügt werden.
Dieser Befehl funktioniert in drei Teilen: curl -sSL https://repo.45drives.com/setup lädt das Setup-Skript von der 45Drives-Website herunter. Die Flags -sSL bedeuten: Still (Fortschrittsbalken unterdrücken), Show errors (Fehler anzeigen) und Location (Weiterleitungen folgen). Das Pipe-Symbol | leitet die heruntergeladene Datei direkt an bash weiter, woraufhin das Skript sofort ausgeführt wird.
Das Skript fügt die 45Drives-Repository-Adresse zur APT-Konfiguration hinzu und importiert deren Sicherheitsschlüssel, damit das System die Authentizität der Pakete verifizieren kann. Nach diesem Schritt sind die 45Drives-Pakete in der APT-Datenbank verfügbar.
Schritt 5: File-Sharing-Plugin 45Drives installieren
Der Befehl apt update && apt install cockpit-file-sharing aktualisiert die Paketlisten erneut und installiert anschließend das spezialisierte Plugin.
Warum wird dieses Plugin benötigt?
Das Cockpit File-Sharing Plugin von 45Drives ist ein Add-On für das Cockpit-Dashboard. Es vereinfacht die Verwaltung von Netzwerk-Freigaben (NFS und Samba) erheblich. Ohne dieses Plugin müssten komplizierte Konfigurationsdateien manuell bearbeitet werden. Mit dem Plugin können Ordner in der Cockpit-Oberfläche mit wenigen Klicks als Netzwerk-Freigabe freigegeben werden. Das Plugin kümmert sich im Hintergrund um alle technischen Details der Konfiguration.
Das && stellt sicher, dass der nächste Befehl nur ausgeführt wird, wenn der erste erfolgreich abgelaufen ist. Dies gewährleistet, dass die neueste version des Plugins installiert wird.
Schritt 6: Cockpit-Dienst aktivieren und starten
Der Befehl systemctl enable –now cockpit.socket führt zwei Funktionen gleichzeitig aus:
Was macht dieser Befehl genau?
systemctl ist das Verwaltungs-Tool für Systemdienste unter Linux. Ein Dienst ist ein Programm, das im Hintergrund läuft und verschiedene Funktionen bereitstellt – in diesem Fall das Cockpit-Web-Interface.
Das Flag enable sorgt dafür, dass Cockpit automatisch startet, wenn der Server neu bootet. Ohne diese Einstellung würde Cockpit nur während der aktuellen Sitzung laufen und nach einem Neustart nicht mehr verfügbar sein.
Das Flag –now startet den Dienst sofort. Dies ermöglicht sofortige Verwendung, ohne auf einen Neustart warten zu müssen.
cockpit.socket ist nicht der Cockpit-Dienst selbst, sondern ein „Socket-Listener“. Ein Socket ist eine Netzwerk-Schnittstelle. Cockpit wird bei Bedarf geladen, wenn sich ein Benutzer anmelden möchte. Dies spart Systemressourcen auf Servern mit geringerer Auslastung.
Nach diesem Schritt ist Cockpit aktiv und kann über einen Browser unter https://server-ip:9090 aufgerufen werden.
Was wurde nun aufgebaut?
Diese sechs Befehle bauen einen modernen Linux-basierten Dateiserver auf, der vollständig über eine grafische Weboberfläche verwaltet werden kann. Es wird Cockpit als zentrale Verwaltungs-Konsole installiert, plus die Option zur Freigabe von Daten über Netzwerk-Protokolle (NFS und Samba). Das 45Drives-Plugin macht die Verwaltung dieser Freigaben intuitiv und einsteigerfreundlich – deutlich einfacher als die manuelle Konfiguration über Konfigurationsdateien im Terminal.
Warum Cockpit und 45Drives der Game-Changer für Linux-Server sind
Cockpit ist ein webbasiertes Verwaltungs-Interface für Linux-Server, das eine grafische Oberfläche für Systemadministration bereitstellt. Während traditionelle Linux-Server-Verwaltung über die Kommandozeile erfolgt, bietet Cockpit eine GUI-Alternative, die komplexe Aufgaben zugänglicher macht – ohne dabei Funktionalität zu verlieren.
Das Besondere: Cockpit ist erweiterbar durch Plugins. 45Drives ist ein Unternehmen, das sich auf Speicherlösungen spezialisiert hat und ein Cockpit File-Sharing Plugin anbietet.
45Drives: Das Plugin für Dateifreigaben
Das 45Drives-Plugin vereinfacht die Verwaltung von Netzwerk-Freigaben (NFS und Samba). Statt Konfigurationsdateien im Terminal zu bearbeiten, können Benutzer Ordner über die GUI konfigurieren – die Konfiguration erfolgt automatisiert im Hintergrund.
Dies ermöglicht es auch Benutzern ohne tiefe Linux-Kenntnisse, Datei-Server aufzubauen und zu verwalten.
Praktische Vorteile der Kombination Cockpit + 45Drives
- Grafisches Interface: Alle Funktionen sind über die GUI erreichbar
- NFS und Samba ohne manuelle Konfiguration: Freigaben werden über das Plugin konfiguriert
- Skalierbar: Funktioniert bei verschiedenen Anzahlen von Freigaben
- Funktional: Volle Funktionalität und Sicherheitsoptionen verfügbar
- Wartbar: Administratoren können die Konfiguration nachvollziehen
Anwendungsszenarien
Diese Kombination eignet sich für:
- KMU und mittelständische Unternehmen mit begrenzten IT-Ressourcen
- Homelab- und NAS-Setups, die eigenständig verwaltet werden
- Schulen und Organisationen, die Datei-Server betreiben
- System-Administratoren, die ihre Workflows vereinfachen möchten
Die Anleitung zeigt, wie dieses Setup aufgebaut wird – danach verfügt man über einen professionellen Linux-Datei-Server mit grafischer Verwaltung.
Vergleich zu proprietären Lösungen
Proprietäre NAS-Systeme (Synology, QNAP) bieten grafische Interfaces, erfordern aber spezifische Hardware und sind an den Hersteller gebunden. Mit Cockpit + 45Drives auf Debian-Systemen erhält man eine konfigurierbare Open-Source-Lösung auf Standard-Hardware.
Ordner von einem anderen Laufwerk Freigeben
Schritt 1
parted ist das Standard-Tool auf Linux-Systemen, um Festplatten zu partitionieren. Das ist notwendig, bevor wir das Laufwerk nutzen können. Ohne parted haben wir keine Möglichkeit, das Laufwerk in Bereiche einzuteilen:
apt install parted
Schritt 2
Mit lsblk -f sehen wir alle angeschlossenen Festplatten und USB-Geräte mit ihren Partitionen, Dateisystemen und UUIDs. Das hilft uns zu erkennen, welches Laufwerk wir partitionieren sollen (z. B. /dev/sdb statt /dev/sda). Das -f zeigt zusätzlich die Dateisystem-Informationen:
lsblk -f
Schritt 3
Bevor wir Partitionen erstellen, muss das Laufwerk ein Partitionsschema bekommen. Wir nutzen GPT (GUID Partition Table), weil es moderner ist als MBR und auch Laufwerke größer als 2 TB unterstützt. Der Befehl löscht alle Daten auf /dev/sdb – also vorher checken, dass es das richtige Laufwerk ist:
parted /dev/sdb mklabel gpt
Schritt 4
Jetzt erstellen wir eine neue Partition auf dem Laufwerk. Der Befehl sagt:
- /dev/sdb: das Laufwerk
- mkpart: erstelle eine Partition
- primary: als primäre Partition
- ext4: mit ext4-Dateisystem
- 0% 100%: nutze den ganzen Speicherplatz (von 0% bis 100%)
parted /dev/sdb mkpart primary ext4 0% 100%
Schritt 5
Wir haben jetzt eine leere Partition, aber kein Dateisystem drauf. mkfs.ext4 schreibt das ext4-Dateisystem auf die Partition, damit Linux Dateien darauf speichern kann. Das ist ein irreversibler Schritt – danach sind alle Daten weg, falls noch welche da waren:
mkfs.ext4 /dev/sdb1
Schritt 6
Das Laufwerk braucht einen Ort, wo es sich in das Linux-Dateisystem „einhängt“ (Mount). Wir erstellen das Verzeichnis /mnt/freigabe/ mit -p, damit auch übergeordnete Verzeichnisse erstellt werden, falls sie nicht existieren:
mkdir -p /mnt/freigabe/
Schritt 7
blkid zeigt die eindeutige ID (UUID) des Laufwerks an. Diese UUID brauchen wir im nächsten Schritt für die /etc/fstab, damit Linux beim Hochfahren weiß, welches Laufwerk gemountet werden soll – auch wenn die Gerätenamen sich ändern:
blkid
Schritt 8
Die Datei /etc/fstab sagt Linux beim Hochfahren, welche Laufwerke automatisch gemountet werden sollen. Wir fügen eine Zeile hinzu mit:
- UUID=…: die UUID von Schritt 7
- /mnt/freigabe: der Mountpoint
- ext4: das Dateisystem
- defaults: Standard-Optionen
- nofail: wenn das Laufwerk fehlt, nicht beim Boot fehlschlagen
- 0 2: nicht beim Boot checken, aber später beim Filesystem-Check
tee -a schreibt die Zeile gleichzeitig in die Datei UND auf den Bildschirm:
Achtung: Die UUID im folgenden Befehl ist ein Platzhalter. Sie müssen die UUID (Befehl: blkid) austauschen!
echo "UUID=3f9047ac-2f96-4fe3-a6c2-b46a5d300a24 /mnt/freigabe ext4 defaults,nofail 0 2" | tee -a /etc/fstab
Schritt 9
Systemd verwaltet die Mounts in Linux. Mit diesem Befehl laden wir die neuen Einstellungen aus /etc/fstab neu, damit systemd die neue Partition kennt:
systemctl daemon-reload
Schritt 10
Dieser Befehl mounted alle Laufwerke aus der /etc/fstab, die nicht gemountet sind. Das -v zeigt, was passiert. So können wir sehen, ob das Mounten funktioniert hat, ohne das System neustarten zu müssen:
mount -a -v
Schritt 11
Mit df -h /mnt/freigabe/ schauen wir nach, ob das Laufwerk erfolgreich gemountet wurde und wie viel Speicherplatz verfügbar ist. Das -h zeigt die Größen in KB, MB, GB statt in Bytes:
df -h /mnt/freigabe/
Troubleshooting: Cockpit und 45Drives – Probleme lösen
Wenn etwas nicht wie erwartet funktioniert, helfen diese Abschnitte weiter. Ich habe die häufigsten Probleme und deren Lösungen zusammengetragen.
Problem 1: Cockpit ist nicht erreichbar (HTTPS-Fehler oder Verbindung verweigert)
Symptome:
Browser zeigt: „Verbindung wurde verweigert“
Oder: „Diese Verbindung ist nicht privat“ (SSL-Fehler)
URL https://server-ip:9090 führt zu Timeout
Diagnose:
Zuerst prüfen, ob Cockpit wirklich läuft:
systemctl status cockpit.socket
systemctl status cockpit.service
Ausgabe, wenn es läuft:
● cockpit.socket – Cockpit Web Service Socket
Loaded: loaded (/lib/systemd/system/cockpit.socket; enabled; vendor preset: enabled)
Active: active (listening) since Wed 2026-08-26 10:15:00 CEST; 2 days ago
Lösungen:
Lösung A: Cockpit ist nicht aktiv
Manuell starten:
systemctl start cockpit.socket
systemctl start cockpit.service
systemctl enable cockpit.socket
Erneut versuchen: https://server-ip:9090
Lösung B: Firewall blockiert Port 9090
Mit UFW:
ufw allow 9090/tcp
ufw reload
Mit iptables:
iptables -A INPUT -p tcp –dport 9090 -j ACCEPT
Lösung C: Falsche IP-Adresse verwenden
Server-IP herausfinden:
hostname -I
oder detailliert:
ip addr show
Die IP suchen, die mit 192.168.x.x oder 10.x.x.x beginnt.
Lösung D: SSL-Zertifikat selbst signiert – Browser-Warnung akzeptieren
Cockpit generiert automatisch ein selbstsigniertes SSL-Zertifikat. Das ist normal und sicher. Im Browser auf „Erweiterte Einstellungen“ / „Diese Seite trotzdem öffnen“ klicken. Das Zertifikat ist nicht ungültig – es ist nur nicht von einer bekannten Zertifizierungsstelle signiert.
Problem 2: Login-Fehler – Benutzer existiert nicht oder Passwort falsch
Symptome:
Benutzer „cockpit-admin“ wird nicht erkannt
Oder: SSH-Key funktioniert, aber Web-Login schlägt fehl
Diagnose:
Prüfen, ob der Benutzer wirklich existiert und in der sudo-Gruppe ist:
id cockpit-admin
Normale Ausgabe:
uid=1001(cockpit-admin) gid=1001(cockpit-admin) groups=1001(cockpit-admin),27(sudo)
Wenn der Benutzer nicht existiert:
id: ‚cockpit-admin‘: no such user
Lösungen:
Lösung A: Benutzer erstellen (falls nicht vorhanden)
adduser cockpit-admin –ingroup sudo
Das System fragt dann nach Passwort und Benutzerdaten. Alle Fragen können mit Enter übersprungen werden (außer Passwort).
Lösung B: Passwort vergessen oder nicht funktionierend
Neues Passwort setzen:
passwd cockpit-admin
Lösung C: Benutzer nicht in sudo-Gruppe
Falls der Benutzer zwar existiert, aber nicht in der sudo-Gruppe ist:
usermod -aG sudo cockpit-admin
Danach neu anmelden.
Lösung D: SELinux oder AppArmor blockiert Login
Falls SELinux/AppArmor aktiv sind (typischerweise nur auf CentOS/RHEL, nicht Debian):
getenforce
Bei Debian normalerweise nicht aktiv – nicht notwendig zu prüfen.
Problem 3: 45Drives Repository nicht hinzugefügt – Installation schlägt fehl
Symptome:
Bei apt install cockpit-file-sharing Fehler: „Package ‚cockpit-file-sharing‘ not found“
Oder: E: Unable to locate package cockpit-file-sharing
Diagnose:
Prüfen, ob das Repository erfolgreich hinzugefügt wurde:
grep -r „45drives“ /etc/apt/sources.list.d/
Falls nichts angezeigt wird, wurde das Repository nicht hinzugefügt.
Lösungen:
Lösung A: Repository manuell neu hinzufügen
curl -sSL https://repo.45drives.com/setup | bash
Lösung B: curl fehlgeschlagen – mit wget versuchen
Falls curl nicht verfügbar ist:
apt install curl
Dann erneut:
curl -sSL https://repo.45drives.com/setup | bash
Lösung C: Netzwerkfehler – Repository nicht erreichbar
Internetverbindung prüfen:
ping 8.8.8.8
ping repo.45drives.com
Falls repo.45drives.com nicht antwortet:
Firewall/Router überprüfen
Später erneut versuchen (45drives-Server könnten down sein)
Lösung D: Manuelles Hinzufügen des Repository-Keys (fortgeschritten)
Falls das Script fehlschlägt:
curl -sSL https://repo.45drives.com/pubkey.asc | apt-key add –
echo „deb [signed-by=/usr/share/keyrings/45drives-archive-keyring.gpg] https://repo.45drives.com/debian bullseye main“ | tee /etc/apt/sources.list.d/45drives.list
apt update
Problem 4: Datei-Freigabe funktioniert – aber Zugriff verweigert
Symptome:
Ordner ist in Cockpit/45Drives konfiguriert, aber:
Windows-PC kann nicht auf die Freigabe zugreifen
Linux-Client sieht die NFS-Freigabe nicht
Berechtigungsfehler beim Schreiben in Freigabe
Diagnose:
Zuerst den Zustand der Freigaben prüfen:
Für Samba (Windows-Freigaben):
smbclient -L //server-ip -N
Für NFS (Linux/Unix-Freigaben):
showmount -e localhost
Lösungen:
Lösung A: Berechtigungen zu restriktiv (chmod 755 statt 777)
Falls du keine 777 (was ein Sicherheitsrisiko ist) nutzen möchtest, aber die Freigabe trotzdem funktionieren soll:
chown -R user:group /daten/mein-freigabe
chmod 770 /daten/mein-freigabe
chmod -R 770 /daten/mein-freigabe
Benutzer der Gruppe hinzufügen:
usermod -aG group username
Lösung B: Samba ist nicht aktiv / NFS ist nicht aktiv
systemctl restart samba
systemctl restart nfs-kernel-server
Lösung C: Freigabe in 45Drives nicht korrekt konfiguriert
Cockpit öffnen (https://server-ip:9090)
Menü → File Sharing
Freigabe prüfen: Sind Pfad, Berechtigungen, Protokoll (SMB/NFS) korrekt?
Im Zweifelsfall Freigabe löschen und neu erstellen
Lösung D: Firewall blockiert Samba (445) oder NFS (2049)
ufw allow samba
oder explizit:
ufw allow 445/tcp 445/udp 137/udp 138/udp 139/tcp
ufw allow nfs
ufw reload
Lösung E: Windows sieht die Samba-Freigabe nicht
systemctl restart smbd nmbd
Problem 5: Speicherplatz-Probleme – Festplatte läuft voll
Symptome:
Freigabe wird plötzlich read-only
Schreib-Fehler in Cockpit-Logs
Oder: No space left on device Fehler
Diagnose:
Platzverbrauch prüfen:
df -h
Ausgabe-Beispiel:
Filesystem Size Used Avail Use% Mounted on
/dev/sda1 50G 48G 1.5G 97% /
Wo belegt der Platz:
du -sh /daten/*
du -sh /var/*
du -sh /home/*
Lösungen:
Lösung A: Logs aufräumen (einfache, sichere Lösung)
Alte Logs löschen:
journalctl –vacuum=2d
(Löscht Logs älter als 2 Tage)
Lösung B: Alte Dateien in der Freigabe löschen
Größte Dateien finden:
find /daten -type f -size +100M -exec ls -lh {} ;
Dann manuell Kandidaten zum Löschen identifizieren.
Lösung C: Festplatte vergrößern (fortgeschritten)
Falls du die Festplatte in der VM vergrößert hast, muss das Dateisystem auch vergrößert werden:
fdisk -l
growpart /dev/sda 1
resize2fs /dev/sda1
Lösung D: Separate Festplatte mounten (saubere Lösung)
Wenn du mehr Speicher brauchst: neue Festplatte hinzufügen, mounten, freigeben:
lsblk
mkfs.ext4 /dev/sdb
mkdir -p /data2
mount /dev/sdb /data2
echo „/dev/sdb /data2 ext4 defaults 0 2“ >> /etc/fstab
Problem 6: Performance-Probleme – Freigaben sind langsam
Symptome:
Dateien-Transfer über Netzwerk dauert sehr lange
Cockpit wird träge
CPU/RAM stark ausgelastet
Diagnose:
Systemressourcen prüfen:
top -b -n 1 | head -20
free -h
iostat -x 1 5
Netzwerk-Test:
iperf3 -s
(Und von anderem Client: iperf3 -c server-ip zum Testen der Bandbreite)
Lösungen:
Lösung A: NFS ist langsamer als Samba – Protokoll wechseln
Wenn möglich, Samba (SMB3) verwenden – schneller als NFS3. Prüfen, welches Protokoll konfiguriert ist und auf SMB3 umschalten (in 45Drives).
Lösung B: Zu viele gleichzeitige Verbindungen
Samba-Limits erhöhen in /etc/samba/smb.conf:
[global]
max connections = 1000
socket options = TCP_NODELAY IPTOS_LOWDELAY SO_RCVBUF=131072 SO_SNDBUF=131072
Danach:
systemctl restart smbd
Lösung C: VM hat nicht genug Ressourcen
Falls in Proxmox: VM-CPU/RAM erhöhen und neu starten.
Lösung D: Festplatte ist langsam (alte HDD statt SSD)
Nicht viel zu tun – das ist Hardware. Aber prüfen, ob andere Prozesse die Festplatte üblasten:
iotop -o
Problem 7: Cockpit-Dienst startet nicht nach Neustart
Symptome:
Nach Server-Reboot: Cockpit nicht erreichbar
systemctl status cockpit.socket zeigt: inactive
Diagnose:
Boot-Status prüfen:
systemctl is-enabled cockpit.socket
systemctl is-enabled cockpit.service
Wenn disabled ausgegeben wird → nicht nach Reboot aktiviert.
Lösung:
systemctl enable cockpit.socket
systemctl enable cockpit.service
Problem 8: SSH-Zugriff funktioniert, aber Cockpit verweigert Login mit gleichem Benutzer
Symptome:
Mit ssh cockpit-admin@server-ip klappt’s
Im Cockpit-Browser-Login schlägt fehl
Diagnose:
SSH-Schlüssel vs. Passwort-Authentifizierung. Cockpit braucht das Passwort, SSH kann auch Schlüssel nutzen.
Lösungen:
Lösung A: Passwort testen (nicht der SSH-Schlüssel)
passwd cockpit-admin
Neues Passwort merken und im Browser verwenden.
Lösung B: SSH-Schlüssel-Auth in Cockpit aktivieren
In Cockpit selbst: Settings → Authentication. Wenn SSH-Schlüsseln angeboten werden: aktivieren.
Problem 9: Samba-Login verweigert – Benutzer/Passwort falsch
Symptome:
Windows-PC fragt beim Zugriff auf Freigabe nach Passwort
Eingaben werden nicht akzeptiert
Diagnose:
Samba-Benutzer sind separate Benutzer-Accounts:
pdbedit -L
Zeigt alle Samba-Benutzer.
Lösungen:
Lösung A: Samba-Benutzer erstellen/zurücksetzen
smbpasswd -a cockpit-admin
smbpasswd -e cockpit-admin
smbpasswd cockpit-admin
Lösung B: Gastzugriff aktivieren (nur für Tests!)
Nur für Test-Umgebungen! In /etc/samba/smb.conf:
[share-name]
guest ok = yes
read only = no
Dann:
systemctl restart smbd
Problem 10: 45Drives-Plugin ist installiert, aber in Cockpit nicht sichtbar
Symptome:
apt install cockpit-file-sharing war erfolgreich
Aber: Menü „File Sharing“ fehlt in Cockpit
Diagnose:
Plugin-Status prüfen:
apt list –installed | grep cockpit
systemctl restart cockpit
Lösungen:
Lösung A: Cockpit neustarten (cached die UI)
systemctl restart cockpit
Browser-Cache leeren (Strg+Shift+Entf) und Seite neu laden.
Lösung B: Plugin installiert, aber deaktiviert
Cockpit-Einstellungen prüfen:
Settings → Plugins
45Drives File Sharing ist dort aktiviert?
Falls nicht: aktivieren.
Lösung C: Falsches Cockpit-Plugin installiert
Prüfen, welche Version installiert ist:
apt show cockpit-file-sharing
Die Version muss zur Cockpit-Version passen. Wenn Versionen inkompatibel:
apt remove cockpit-file-sharing
apt install cockpit-file-sharing –upgrade
Schnelle Hilfe: Was tun, wenn nichts funktioniert?
- Alle Services neustarten:
systemctl restart cockpit
systemctl restart samba
systemctl restart nfs-kernel-server - Logs prüfen – da steht oft die Antwort:
journalctl -u cockpit -n 50
journalctl -u samba -n 50 - System-Neustart (letzte Hoffnung):
reboot - Berechtigungen auf Ordner prüfen:
ls -la /daten/ - Firewall kurz deaktivieren (nur zum Testen!):
ufw disable
ufw enable
Zusätzliche Kommandos zum Debuggen
netstat -tlnp | grep 9090
netstat -tlnp
dmesg | tail -20
systemctl status cockpit -l
journalctl -u cockpit
nslookup repo.45drives.com
Diese Sektion sollte die meisten Anfänger-Probleme lösen.
YouTube Video: Linux Server Management – ENDLICH Kinderleicht – mit Cockpit und 45Drives
Ralf-Peter Kleinert / ComputerRalle
Ich verwende moderne KI-Systeme als unterstützendes Werkzeug, um meine Texte zu strukturieren, sprachlich zu überarbeiten und in eine verständliche Form zu bringen. Dabei nutze ich Künstliche Intelligenz unter anderem zur Korrektur von Rechtschreibung und Grammatik, zur besseren Gliederung von Inhalten sowie zur Optimierung von Formulierungen. Dennoch schreibe ich meine Inhalte zunächst komplett alleine. Bilder und Thumbnails bearbeite ich wieder komplett selbst in Photoshop. KI-Bilder sehen alle gleich aus – das passt mir nicht. KI zum korrigieren zu verwenden ist für mich eine enorme Zeitersparnis, sodass ich mich stärker auf die eigentlichen Inhalte konzentrieren kann.

