Linux-Server Managen mit Cockpit und 45Drives

Eigenes NAS bauen - mit Linux-Debian, Cockpit und 45Drives

Ich habe auf YouTube eine komplette Serie zu meinem selbstgebauten NAS-Server veröffentlicht. Darin zeige ich, wie ich mit Proxmox VE (PVE), Cockpit und 45Drives mein NAS im Netzwerk bereitstelle. Einige Zuschauer haben mich gebeten, eine dedizierte Anleitung speziell für Cockpit und 45Drives zu machen. Also stelle ich Ihnen hier eine einfache Anleitung zur Verfügung, die zeigt, wie Sie Ihr System genauso aufbauen können.

Mit meiner Anleitung ist das nicht kompliziert und mit den richtigen Schritten bekommen Sie Ihren Debian-Datei-Server in kürzester Zeit zum Laufen. Wenn Sie aktuell den Weg über die Google-Suche gehen werden Sie auf Github die Anleitung finden, welche aber sehr viel komplizierter ist, als diese hier.

Schnellinstallation von Cockpit und 45Drives auf Debian

1. Benutzer erstellen und der Sudo-Gruppe hinzufügen – dieser User wird benötigt um auf Cockpit zugreifen zu können, root ist Standardmäßig gesperrt

adduser cockpit-admin --ingroup sudo

2. Paketlisten aktualisieren

apt update

3. Cockpit, File-Sharing-Dienste (NFS/Samba) & Basis-Tools installieren

apt install cockpit attr nfs-kernel-server samba curl

4. 45Drives Repository hinzufügen und direkt mit bash ausführen

Achtung: Das direkte Ausführen von Skripten aus dem Internet ist ein Sicherheitsrisiko. Vertrauensquelle unbedingt prüfen!

curl -sSL https://repo.45drives.com/setup | bash

5. File-Sharing-Plugin 45Drives per apt installieren

apt update && apt install cockpit-file-sharing

6. Cockpit-Dienst aktivieren und starten

systemctl enable --now cockpit.socket

7. Auf Cockpit zugreifen

https://server-ip:9090

Einen Ordner für die Freigabe anlegen

Da mein Server, den ich hier für diese Anleitung verwende nur eine Festplatte hat, und darauf das gesamte System installiert ist (Debian Installation, gesamte Festplatte verwenden, geführt) lege ich im Wurzelverzeichnis / einen Ordner an, den ich freigeben will:

mkdir -p /daten/mein-freigabe

Der Einhfachheit halber öffne ich den Ordner (Ausführen, Lesen, Schreiben) für Jeden:

Achtung: Für produktive Umgebungen sollten dedizierte Linux-Benutzer und Gruppenrechte verwendet werden

chmod 777 /daten/mein-freigabe

Natürlich können Sie Ordner anlegen wie es beliebt, auch auf anderen Disks. Dieser Ordner muss dann entsprechend via fstab gemounted werden. Das hier auch noch aufzudröseln, würde diese Anleitung aber sprengen. Das können Sie aber alles über Google suchen und nachlesen.

Freigabe mit 45Drives einrichten

Die Einrichtung ist sehr einfach. Aber dennoch. Da die Einrichtung einige Schritte erfordert, habe ich mich entschieden das in einem YouTube-Video zu zeigen. Das ist einfacher zu verstehen.

Video folgt hier

Was genau machen diese Befehle auf dem Debian-Linux-Server?

Diese Anleitung führt durch die Installation und Konfiguration eines modernen Verwaltungs-Dashboards für Linux-Server. Im Folgenden werden die einzelnen Schritte im Detail erläutert.

Schritt 1: Benutzer erstellen und der Sudo-Gruppe hinzufügen

Der Befehl adduser cockpit-admin –ingroup sudo erstellt einen neuen Benutzer namens „cockpit-admin“ und fügt ihn direkt der Sudo-Gruppe hinzu. Sie können natürlich auch einen anderen Namen verwenden.

Warum ist das notwendig?

Cockpit ist ein webbasiertes Verwaltungs-Interface für Linux-Server. Um sich anzumelden und administrative Aufgaben durchzuführen, wird ein Benutzeraccount mit erweiterten Rechten benötigt. Der Standard-Root-Account ist in modernen Debian-Systemen aus Sicherheitsgründen für Remote-Zugriff deaktiviert. Durch das Erstellen eines Benutzers mit Sudo-Berechtigung (Superuser Do – die Möglichkeit, Befehle mit Root-Rechten auszuführen) werden die notwendigen Administrationsrechte gewährleistet, ohne sich direkt als Root anmelden zu müssen. Dies entspricht einer Best Practice für erhöhte Sicherheit.

Nach diesem Befehl kann sich der Benutzer später mit dem Benutzernamen „cockpit-admin“ und einem während der Erstellung festgelegten Passwort anmelden.

Schritt 2: Paketlisten aktualisieren

Der Befehl apt update aktualisiert die Liste der verfügbaren Softwarepakete auf dem System.

Was passiert hier konkret?

Debian und Ubuntu verwenden einen Paketmanager namens APT (Advanced Package Tool). APT verwaltet alle Softwarepakete auf dem System – ähnlich einem App-Store auf mobilen Geräten. Damit APT weiß, welche Programme verfügbar sind und wo diese heruntergeladen werden, speichert es eine Liste aller verfügbaren Pakete aus den konfigurierten Repositories (Online-Quellen). Diese Liste wird mit der Zeit veraltet.

apt update synchronisiert diese lokale Liste mit den Online-Repositories und lädt die neuesten Informationen herunter. Dies ist ein wichtiger Schritt vor jeder neuen Software-Installation, da ohne aktualisierte Listen APT möglicherweise veraltete oder nicht verfügbare Versionen installieren könnte.

Schritt 3: Cockpit, File-Sharing-Dienste und Basis-Tools installieren

Der Befehl apt install cockpit attr nfs-kernel-server samba curl installiert mehrere Pakete gleichzeitig. Die einzelnen Komponenten werden nachfolgend erläutert:

Cockpit – Das zentrale Element dieser Anleitung. Cockpit ist ein webbasiertes Verwaltungs-Dashboard, mit dem Linux-Server über einen Browser gesteuert werden können, statt komplizierte Terminal-Befehle eingeben zu müssen. Speicherverwaltung, Benutzerverwaltung, Service-Kontrolle und weitere administrative Aufgaben sind über eine grafische Oberfläche möglich.

attr – Dieses Paket stellt Werkzeuge zur Verwaltung erweiterter Dateisystem-Attribute bereit. Es bildet eine technische Grundlage für die Funktion von Dateifreigaben und wird von Samba benötigt, um erweiterte Sicherheitsfeatures und Berechtigungen korrekt zu handhaben.

nfs-kernel-server – NFS steht für Network File System. Dies ist ein zuverlässiges Protokoll zum Freigeben von Ordnern über das Netzwerk. Besonders in Linux- und Unix-Umgebungen wird NFS häufig verwendet, da es sehr effizient arbeitet. Mit diesem Paket werden Ordner auf dem Server via NFS freigegeben und können von anderen Computern im Netzwerk darauf zugegriffen werden.

samba – Dies ist die moderne, universelle Lösung für Netzwerk-Freigaben. Samba implementiert das SMB/CIFS-Protokoll (Server Message Block), das von Windows, macOS und Linux verstanden wird. Mit Samba werden Ordner freigegeben, die dann als „Netzwerklaufwerk“ auf anderen Computern angebunden werden können – vergleichbar mit Windows-Netzwerkfreigaben. Samba ist der Standard für netzwerk-übergreifende Dateifreigaben.

curl – Ein universelles Kommandozeilen-Tool zum Herunterladen von Dateien aus dem Internet. Es wird in Schritt 4 verwendet, um das 45Drives-Repository-Setup-Skript herunterzuladen und auszuführen.

Schritt 4: 45Drives Repository hinzufügen

Der Befehl curl -sSL https://repo.45drives.com/setup | bash lädt ein Installations-Skript herunter und führt es aus.

Was genau passiert hier?

45Drives ist ein Unternehmen, das sich auf NAS-Lösungen spezialisiert. Es werden spezialisierte Plugins und Tools für Cockpit angeboten. Um diese Plugins zu installieren, muss die 45Drives-Paketquelle (Repository) zum System hinzugefügt werden.

Dieser Befehl funktioniert in drei Teilen: curl -sSL https://repo.45drives.com/setup lädt das Setup-Skript von der 45Drives-Website herunter. Die Flags -sSL bedeuten: Still (Fortschrittsbalken unterdrücken), Show errors (Fehler anzeigen) und Location (Weiterleitungen folgen). Das Pipe-Symbol | leitet die heruntergeladene Datei direkt an bash weiter, woraufhin das Skript sofort ausgeführt wird.

Das Skript fügt die 45Drives-Repository-Adresse zur APT-Konfiguration hinzu und importiert deren Sicherheitsschlüssel, damit das System die Authentizität der Pakete verifizieren kann. Nach diesem Schritt sind die 45Drives-Pakete in der APT-Datenbank verfügbar.

Schritt 5: File-Sharing-Plugin 45Drives installieren

Der Befehl apt update && apt install cockpit-file-sharing aktualisiert die Paketlisten erneut und installiert anschließend das spezialisierte Plugin.

Warum wird dieses Plugin benötigt?

Das Cockpit File-Sharing Plugin von 45Drives ist ein Add-On für das Cockpit-Dashboard. Es vereinfacht die Verwaltung von Netzwerk-Freigaben (NFS und Samba) erheblich. Ohne dieses Plugin müssten komplizierte Konfigurationsdateien manuell bearbeitet werden. Mit dem Plugin können Ordner in der Cockpit-Oberfläche mit wenigen Klicks als Netzwerk-Freigabe freigegeben werden. Das Plugin kümmert sich im Hintergrund um alle technischen Details der Konfiguration.

Das && stellt sicher, dass der nächste Befehl nur ausgeführt wird, wenn der erste erfolgreich abgelaufen ist. Dies gewährleistet, dass die neueste version des Plugins installiert wird.

Schritt 6: Cockpit-Dienst aktivieren und starten

Der Befehl systemctl enable –now cockpit.socket führt zwei Funktionen gleichzeitig aus:

Was macht dieser Befehl genau?

systemctl ist das Verwaltungs-Tool für Systemdienste unter Linux. Ein Dienst ist ein Programm, das im Hintergrund läuft und verschiedene Funktionen bereitstellt – in diesem Fall das Cockpit-Web-Interface.

Das Flag enable sorgt dafür, dass Cockpit automatisch startet, wenn der Server neu bootet. Ohne diese Einstellung würde Cockpit nur während der aktuellen Sitzung laufen und nach einem Neustart nicht mehr verfügbar sein.

Das Flag –now startet den Dienst sofort. Dies ermöglicht sofortige Verwendung, ohne auf einen Neustart warten zu müssen.

cockpit.socket ist nicht der Cockpit-Dienst selbst, sondern ein „Socket-Listener“. Ein Socket ist eine Netzwerk-Schnittstelle. Cockpit wird bei Bedarf geladen, wenn sich ein Benutzer anmelden möchte. Dies spart Systemressourcen auf Servern mit geringerer Auslastung.

Nach diesem Schritt ist Cockpit aktiv und kann über einen Browser unter https://server-ip:9090 aufgerufen werden.

Was wurde nun aufgebaut?

Diese sechs Befehle bauen einen modernen Linux-basierten Dateiserver auf, der vollständig über eine grafische Weboberfläche verwaltet werden kann. Es wird Cockpit als zentrale Verwaltungs-Konsole installiert, plus die Option zur Freigabe von Daten über Netzwerk-Protokolle (NFS und Samba). Das 45Drives-Plugin macht die Verwaltung dieser Freigaben intuitiv und einsteigerfreundlich – deutlich einfacher als die manuelle Konfiguration über Konfigurationsdateien im Terminal.

Warum Cockpit und 45Drives der Game-Changer für Linux-Server sind

Cockpit ist ein webbasiertes Verwaltungs-Interface für Linux-Server, das eine grafische Oberfläche für Systemadministration bereitstellt. Während traditionelle Linux-Server-Verwaltung über die Kommandozeile erfolgt, bietet Cockpit eine GUI-Alternative, die komplexe Aufgaben zugänglicher macht – ohne dabei Funktionalität zu verlieren.

Das Besondere: Cockpit ist erweiterbar durch Plugins. 45Drives ist ein Unternehmen, das sich auf Speicherlösungen spezialisiert hat und ein Cockpit File-Sharing Plugin anbietet.

45Drives: Das Plugin für Dateifreigaben

Das 45Drives-Plugin vereinfacht die Verwaltung von Netzwerk-Freigaben (NFS und Samba). Statt Konfigurationsdateien im Terminal zu bearbeiten, können Benutzer Ordner über die GUI konfigurieren – die Konfiguration erfolgt automatisiert im Hintergrund.

Dies ermöglicht es auch Benutzern ohne tiefe Linux-Kenntnisse, Datei-Server aufzubauen und zu verwalten.

Praktische Vorteile der Kombination Cockpit + 45Drives

  • Grafisches Interface: Alle Funktionen sind über die GUI erreichbar
  • NFS und Samba ohne manuelle Konfiguration: Freigaben werden über das Plugin konfiguriert
  • Skalierbar: Funktioniert bei verschiedenen Anzahlen von Freigaben
  • Funktional: Volle Funktionalität und Sicherheitsoptionen verfügbar
  • Wartbar: Administratoren können die Konfiguration nachvollziehen

Anwendungsszenarien

Diese Kombination eignet sich für:

  • KMU und mittelständische Unternehmen mit begrenzten IT-Ressourcen
  • Homelab- und NAS-Setups, die eigenständig verwaltet werden
  • Schulen und Organisationen, die Datei-Server betreiben
  • System-Administratoren, die ihre Workflows vereinfachen möchten

Die Anleitung zeigt, wie dieses Setup aufgebaut wird – danach verfügt man über einen professionellen Linux-Datei-Server mit grafischer Verwaltung.

Vergleich zu proprietären Lösungen

Proprietäre NAS-Systeme (Synology, QNAP) bieten grafische Interfaces, erfordern aber spezifische Hardware und sind an den Hersteller gebunden. Mit Cockpit + 45Drives auf Debian-Systemen erhält man eine konfigurierbare Open-Source-Lösung auf Standard-Hardware.

Ralf-Peter Kleinert / ComputerRalle
Ich verwende moderne KI-Systeme als unterstützendes Werkzeug, um meine Texte zu strukturieren, sprachlich zu überarbeiten und in eine verständliche Form zu bringen. Dabei nutze ich Künstliche Intelligenz unter anderem zur Korrektur von Rechtschreibung und Grammatik, zur besseren Gliederung von Inhalten sowie zur Optimierung von Formulierungen. Dennoch schreibe ich meine Inhalte zunächst komplett alleine – seit mehr als 20 Jahren! Auch verwende ich inzwischen KI-Systeme zum Erzeugen von Bildern für meine Webseiten oder Video-Thumbnails. In beiden Fällen ist dies für mich eine enorme Zeitersparnis, sodass ich mich stärker auf die eigentlichen Inhalte konzentrieren kann.

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