Proxmox Datacenter Manager (PDM) auf Debian installieren

Anleitung zur Installation von Proxmox Datacenter Manager unter Debian 13 (Trixie) mit dem kostenlosen No-Subscription-Repository.

Kurze Einleitung und Erklärung PDM

Was ist der Proxmox Datacenter Manager (PDM)?

Der Proxmox Datacenter Manager (PDM) ist eine zentrale Verwaltungsoberfläche für mehrere Proxmox-Server und Proxmox-Cluster. Er ermöglicht es, unterschiedliche Proxmox-Umgebungen über eine einzige Weboberfläche zu überwachen und zu verwalten.

Wer mehrere Proxmox VE-Server oder Proxmox Backup Server (PBS) betreibt, kennt das Problem: Man muss sich auf jedem System einzeln anmelden, um den Zustand der Server zu kontrollieren, virtuelle Maschinen zu verwalten oder die Auslastung zu überprüfen.

Genau hier setzt der Proxmox Datacenter Manager an.

Was kann PDM?

  • Zentrale Verwaltung: Mehrere Proxmox-Server und Cluster über eine gemeinsame Oberfläche verwalten.
  • Übersicht: CPU-Auslastung, Arbeitsspeicher, Speicherplatz und den Zustand der angebundenen Systeme kontrollieren.
  • Virtuelle Maschinen und Container: VMs und LXC-Container unterschiedlicher Proxmox-Umgebungen anzeigen und verwalten.
  • Proxmox Backup Server: PBS-Systeme einbinden und deren Status überwachen.
  • Migration: Virtuelle Maschinen auch zwischen unabhängigen Proxmox-Umgebungen migrieren, soweit die technischen Voraussetzungen erfüllt sind.
  • Weniger Verwaltungsaufwand: Statt zahlreiche Weboberflächen zu öffnen, hat man seine gesamte Proxmox-Infrastruktur an einem zentralen Ort im Blick.

Warum lohnt sich PDM?

Besonders für Administratoren, die mehrere Proxmox-Server betreuen, ist PDM eine enorme Arbeitserleichterung. Das gilt sowohl für größere Unternehmensumgebungen als auch für das heimische Homelab.

Wichtig: PDM ersetzt weder Proxmox VE noch Proxmox Backup Server. Es ist eine zusätzliche Verwaltungsebene, die vorhandene Systeme miteinander verbindet. Die einzelnen Server bleiben weiterhin eigenständig funktionsfähig.

Der Proxmox Datacenter Manager ist Open Source und kann ohne kostenpflichtiges Abonnement verwendet werden.

In der folgenden Anleitung installieren wir den Proxmox Datacenter Manager auf einem bestehenden Debian 13 (Trixie) und verwenden dafür das kostenlose No-Subscription-Repository.

Installationsanleitung Proxmox Datacenter Manager unter Debian

  • Voraussetzung: Debian 13 ist bereits installiert
  • Netzwerk und Internet funktionieren
  • Shell über SSH ist geöffnet
  • Alle Befehle werden als root ausgeführt

Empfohlene Hardware-Ausstattung (mindestens):

  • CPU: 2 Kerne
  • Arbeitsspeicher: 4 GB RAM
  • Festplattenspeicher: 40 GB oder mehr

Schritt für Schritt Anleitung Proxmox Datacenter Manager auf Debian installieren

1. System / Debian aktualisieren

apt update && apt full-upgrade -y

2. Benötigte Pakete installieren

Für die Installation des Proxmox Datacenter Managers benötigen wir zunächst zwei kleine Hilfspakete:

  • wget: Ein Kommandozeilenprogramm, mit dem Dateien aus dem Internet heruntergeladen werden können. Wir benötigen es, um den GPG-Schlüssel von Proxmox herunterzuladen.
  • ca-certificates: Enthält vertrauenswürdige Stammzertifikate, mit denen Debian die Echtheit von HTTPS-Verbindungen überprüfen kann. Dadurch werden verschlüsselte Downloads und Verbindungen abgesichert.
apt install wget ca-certificates -y

3. Proxmox-GPG-Schlüssel herunterladen

Damit Debian die Pakete aus dem Proxmox-Repository auf ihre Echtheit überprüfen kann, benötigen wir den offiziellen Proxmox-GPG-Schlüssel.

wget https://enterprise.proxmox.com/debian/proxmox-archive-keyring-trixie.gpg -O /usr/share/keyrings/proxmox-archive-keyring.gpg

4. No-Subscription-Repository einrichten

Repository-Datei erstellen:

nano /etc/apt/sources.list.d/proxmox.sources

Folgenden Inhalt einfügen:

Types: deb
URIs: http://download.proxmox.com/debian/pdm
Suites: trixie
Components: pdm-no-subscription
Signed-By: /usr/share/keyrings/proxmox-archive-keyring.gpg

Datei speichern mit STRG + o, Editor verlassen STRG + x

5. Proxmox Datacenter Manager installieren

Paketlisten aktualisieren:

apt update

PDM selbst installieren:

apt install proxmox-datacenter-manager-container-meta -y

Diese Variante verwendet den vorhandenen Debian-Kernel und installiert die notwendigen PDM-Pakete.

Weboberfläche aufrufen

Nach der Installation ist die Oberfläche über HTTPS erreichbar:

https://SERVER-IP:8443

1. Anmeldung in der Weboberfläche nach Installation

  • Benutzer: root
  • Passwort: Root-Passwort von Debian

2. Enterprise-Repository deaktivieren

Im Proxmox Datacenter Manager:

Administration -> Repositories -> https://enterprise.proxmox.com/debian/pdm -> Button „Disable“

Danach das no-subscription Repository zufügen. Es kann sein, dass das No-Subscription-Repository bereits vorhanden, aber noch deaktiviert ist. In diesem Fall weist der Proxmox Datacenter Manager beim erneuten Hinzufügen darauf hin. Das vorhandene Repository muss dann lediglich aktiviert werden.

Administration -> Repositories -> Button „Add“ -> Repository No-Subscription

3. Proxmox Datacenter Manager mit den No-Subscription Repos aktualisieren

Administration -> Updates -> Button „Refresh“

Wenn Aktualisierungen vorliegen:

Administration -> Updates -> Button „Upgrade“

Tiefergehende Informationen zum Proxmox Datacenter Manager

Der Proxmox Datacenter Manager (PDM) ist weit mehr als eine zusätzliche Weboberfläche für Proxmox. Er stellt eine zentrale Verwaltungsebene bereit, über die sich mehrere voneinander unabhängige Proxmox-Umgebungen zusammenführen, überwachen und teilweise auch übergreifend verwalten lassen.

Um zu verstehen, warum PDM technisch interessant ist, muss man sich zunächst ansehen, wie Proxmox VE, Proxmox Backup Server und Proxmox-Cluster bisher zusammenarbeiten und welche Aufgaben der Datacenter Manager übernimmt.

1. Die Architektur: Was passiert im Hintergrund?

Proxmox VE ist zunächst ein eigenständiges Virtualisierungssystem. Es verwendet unter anderem KVM/QEMU für virtuelle Maschinen und LXC für Linux-Container.

Mehrere Proxmox-VE-Server können zu einem Cluster zusammengeschlossen werden. Innerhalb eines solchen Clusters werden Konfigurationsinformationen über das Proxmox Cluster File System (pmxcfs) und die Cluster-Kommunikation über Corosync synchronisiert.

Der Proxmox Datacenter Manager geht einen anderen Weg.

PDM verbindet bestehende Proxmox-Systeme auf Verwaltungsebene, ohne sie zu einem gemeinsamen Proxmox-VE-Cluster zusammenzuschließen.

Das ist ein wesentlicher Unterschied. Denn nicht jede Proxmox-Umgebung soll oder kann Mitglied desselben Clusters sein.

Beispielsweise können mehrere Unternehmen, Standorte oder getrennte Homelab-Umgebungen jeweils eigene Proxmox-Server betreiben. PDM ermöglicht eine gemeinsame Verwaltungsoberfläche, ohne die Eigenständigkeit dieser Systeme aufzugeben.

Beispiel einer Infrastruktur

                  Proxmox Datacenter Manager
(PDM)
|
Zentrale Weboberfläche
|
+----------------+----------------+
| | |
Standort A Standort B Standort C
| | |
PVE-Cluster PVE-Server PBS-Server
| | |
3 Nodes 1 Node Backup-Server
| | |
VMs / LXC VMs / LXC Datastores

Der Datacenter Manager stellt die Informationen dieser Systeme zentral dar. Die eigentliche Virtualisierung, Speicherung und Sicherung erfolgt weiterhin auf den jeweiligen Proxmox-Systemen.

PDM ist somit eine zusätzliche Managementebene und kein Ersatz für den Hypervisor oder den Backup-Server.

2. Kommunikation zwischen PDM und den Proxmox-Systemen

Die Kommunikation erfolgt über die vorhandenen Programmierschnittstellen (APIs) der Proxmox-Produkte.

Proxmox VE und Proxmox Backup Server stellen HTTPS-basierte APIs zur Verfügung. Über diese Schnittstellen können Verwaltungsprogramme Informationen abrufen und berechtigte Aktionen ausführen.

PDM nutzt diese Möglichkeiten, um mit den angebundenen Systemen zu kommunizieren.

Dabei sind drei technische Aspekte besonders wichtig:

  • Authentifizierung: PDM muss sich gegenüber den entfernten Systemen ausweisen können.
  • Autorisierung: Die hinterlegten Berechtigungen bestimmen, welche Informationen abgefragt und welche Aktionen durchgeführt werden dürfen.
  • Verschlüsselung: Die API-Kommunikation erfolgt über HTTPS und damit verschlüsselt.

Die Verbindung zu einem Proxmox-VE-System verwendet normalerweise dessen API auf TCP-Port 8006. Proxmox Backup Server verwendet standardmäßig TCP-Port 8007.

KomponenteStandardportAufgabe
Proxmox Datacenter ManagerTCP 8443PDM-Weboberfläche und API
Proxmox VETCP 8006PVE-Weboberfläche und API
Proxmox Backup ServerTCP 8007PBS-Weboberfläche und API

Für die Einbindung entfernter Systeme müssen diese Dienste vom PDM-Server aus erreichbar sein.

Ein direkter Zugriff aus dem öffentlichen Internet ist dafür nicht erforderlich. Gerade bei unterschiedlichen Standorten empfiehlt sich eine Verbindung über ein VPN, beispielsweise WireGuard.

3. PDM ist kein Proxmox-Cluster

Dieser Punkt ist besonders wichtig, weil die zentrale Darstellung mehrerer Server leicht mit einem Cluster verwechselt werden kann.

Ein Proxmox-VE-Cluster besitzt eine gemeinsame Clusterkonfiguration und verwendet Corosync zur Kommunikation zwischen den Mitgliedern. Je nach Aufbau können gemeinsame Storage-Systeme, Hochverfügbarkeit und weitere Clusterfunktionen genutzt werden.

PDM arbeitet dagegen oberhalb dieser Ebene.

FunktionPVE-ClusterPDM
Mehrere Server zentral anzeigenJaJa
Gemeinsame ClusterkonfigurationJaNein
Corosync erforderlichJaNein
Unabhängige Cluster verwaltenNein, nicht als ein ClusterJa
PBS-Systeme zentral einbindenAls Backup-ZielAls verwaltete Systeme
Hochverfügbarkeit bereitstellenMit entsprechender HA-KonfigurationNein
Standortübergreifende VerwaltungEingeschränkt durch ClusteranforderungenJa

Ein PDM kann mehrere eigenständige Cluster verwalten, ohne deren interne Konfiguration zu verändern.

Ein Ausfall des PDM führt deshalb nicht dazu, dass die angebundenen virtuellen Maschinen oder Container abgeschaltet werden. Die einzelnen Proxmox-Systeme arbeiten weiterhin unabhängig.

Lediglich die zentrale Verwaltung über PDM steht während des Ausfalls nicht zur Verfügung.

4. Remotes: Wie PDM fremde Systeme einbindet

In der Proxmox-Dokumentation werden die angebundenen Systeme als Remotes bezeichnet.

Ein Remote kann beispielsweise ein einzelner Proxmox-VE-Server, ein vollständiger PVE-Cluster oder ein Proxmox Backup Server sein.

Beim Einrichten eines Remotes werden die erforderlichen Verbindungsinformationen und Zugangsdaten hinterlegt. Anschließend kann PDM über die API des jeweiligen Systems Informationen abrufen und Verwaltungsaufgaben ausführen.

Wichtig ist dabei: PDM übernimmt nicht die gesamte Konfiguration der angebundenen Systeme. Viele Einstellungen bleiben weiterhin Aufgabe der jeweiligen Proxmox-Weboberfläche.

Dazu bietet PDM die Möglichkeit, direkt zur ursprünglichen Verwaltungsoberfläche eines Remotes zu wechseln.

Wie werden die Daten gesammelt?

PDM erfasst unter anderem:

  • Informationen über Nodes, virtuelle Maschinen und Container
  • CPU- und Arbeitsspeicherauslastung
  • Informationen über Storages und Backup-Datastores
  • Aufgabenprotokolle und deren Ergebnisse
  • Statusinformationen und Leistungsdaten

Hierzu gehören auch historische Leistungswerte, sogenannte RRD-Daten (Round-Robin Database). Diese ermöglichen es, die Entwicklung bestimmter Systemwerte über einen Zeitraum zu betrachten.

Die Daten werden zentral zusammengeführt, sodass Administratoren nicht mehr jeden Server einzeln kontrollieren müssen.

5. Verwaltung virtueller Maschinen und Container

PDM kann nicht nur Informationen anzeigen, sondern auch Aktionen auf den angebundenen Systemen auslösen.

Hierzu gehören beispielsweise das Starten, Herunterfahren, Stoppen und Neustarten virtueller Maschinen und Container.

Auch die Snapshot-Verwaltung ist integriert. Je nach Gasttyp und unterstützter Konfiguration können Snapshots erstellt, angezeigt, gelöscht und wiederhergestellt werden.

Technisch führt PDM diese Aktionen nicht selbst auf den virtuellen Maschinen aus. Stattdessen übermittelt er den entsprechenden Verwaltungsauftrag an das zuständige Proxmox-VE-System.

Dort wird die eigentliche Aktion ausgeführt.

Das hat einen entscheidenden Vorteil: Die etablierten Verwaltungsmechanismen von Proxmox VE bleiben erhalten.

6. Migration zwischen unabhängigen Proxmox-Clustern

Eine besonders interessante Funktion des Proxmox Datacenter Managers ist die Möglichkeit, virtuelle Maschinen zwischen unterschiedlichen Proxmox-Umgebungen zu migrieren.

Innerhalb eines normalen Proxmox-Clusters sind Migrationen bereits seit Langem möglich. PDM erweitert diese Möglichkeiten auf unabhängig verwaltete Systeme.

Dabei müssen mehrere technische Voraussetzungen erfüllt sein.

Netzwerkkonfiguration: Die virtuellen Netzwerkkarten der VM sind möglicherweise mit Bridges verbunden, die auf dem Zielsystem anders heißen. PDM kann entsprechende Zuordnungen verwenden.

Storage: Befinden sich die virtuellen Festplatten auf lokalem Speicher, müssen die Daten gegebenenfalls zum Zielsystem übertragen werden. Dabei ist eine Zuordnung zwischen Quell- und Ziel-Storage erforderlich.

CPU-Kompatibilität: Bei einer Live-Migration müssen die beteiligten Systeme hinsichtlich der CPU-Funktionen und der VM-Konfiguration kompatibel sein.

Netzwerkverbindung: Zwischen den beteiligten Hosts muss eine geeignete Verbindung für die Migration bestehen. Zwischen den beteiligten Hosts muss eine geeignete Netzwerkverbindung bestehen. Welche Verbindungen und Verschlüsselungsverfahren verwendet werden, hängt vom jeweiligen Migrationsverfahren und der Konfiguration ab.

Eine Live-Migration bedeutet, dass eine laufende VM mit möglichst geringer Unterbrechung übertragen werden kann. Vollständig unterbrechungsfrei ist eine solche Migration jedoch nicht garantiert.

Auch unterstützt nicht jede Kombination aus Gasttyp, Storage und Quell- beziehungsweise Zielsystem dieselben Migrationsmöglichkeiten.

7. Sicherheitskonzept und Berechtigungen

Ein zentraler Verwaltungsserver, der Zugriff auf mehrere Virtualisierungsumgebungen besitzt, ist aus sicherheitstechnischer Sicht besonders sensibel.

Wird ein solcher Server kompromittiert, können abhängig von den hinterlegten Zugangsdaten und Berechtigungen auch die angebundenen Systeme betroffen sein.

PDM verwendet deshalb ein rollen- und pfadbasiertes Berechtigungssystem.

Dabei werden Benutzern, Gruppen oder API-Tokens bestimmte Rechte auf definierte Ressourcen zugewiesen.

Beispiele für solche Berechtigungen sind:

BerechtigungFunktion
Resource.AuditRessourceninformationen einsehen
Resource.ManageRessourcen verwalten, beispielsweise VMs starten oder stoppen
Resource.ModifyRessourcenkonfiguration verändern
Resource.MigrateMigrationen durchführen
System.AuditSysteminformationen einsehen
System.ModifySystemeinstellungen verändern
Access.ModifyBenutzer und Berechtigungen verwalten

Neue Benutzer und API-Tokens erhalten nicht automatisch umfassende Berechtigungen.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Auch das entfernte Proxmox-System prüft die dort geltenden Rechte. Eine Berechtigung in PDM allein bedeutet deshalb nicht zwangsläufig, dass eine Aktion auf dem Zielsystem erlaubt ist.

PDM unterstützt außerdem LDAP, Active Directory und OpenID Connect zur zentralisierten Benutzerauthentifizierung.

Sicherheitsempfehlungen für Administratoren

Für den produktiven Einsatz sollte PDM wie ein besonders schützenswerter Verwaltungsserver behandelt werden.

Ich empfehle, die Weboberfläche nicht direkt ins Internet freizugeben, sondern den Zugriff auf das interne Verwaltungsnetz oder einen VPN-Tunnel zu beschränken.

Außerdem sollten Administratoren nur die tatsächlich benötigten Berechtigungen erhalten. Wo möglich, sollten getrennte Konten beziehungsweise Tokens für unterschiedliche Verwaltungsaufgaben verwendet werden.

Auch die PDM-Konfiguration selbst sollte regelmäßig gesichert werden.

8. Die Softwarearchitektur: Rust, REST-API und getrennte Dienste

Technisch unterscheidet sich PDM in einigen Punkten von den älteren Proxmox-Produkten.

Der Datacenter Manager wird überwiegend in der Programmiersprache Rust entwickelt. Rust bietet unter anderem Mechanismen zur Speichersicherheit, ohne dass dafür eine klassische Garbage Collection notwendig ist.

Das Backend stellt eine JSON-basierte REST-API bereit.

Interessant ist die Aufteilung in zwei unterschiedliche Dienste:

API-Dienst: Dieser nimmt externe Anfragen entgegen und läuft mit eingeschränkten Benutzerrechten.

Privilegierter Dienst: Dieser führt Systemoperationen aus, für die höhere Berechtigungen notwendig sind. Die Kommunikation erfolgt über einen lokalen UNIX-Socket.

Diese Trennung reduziert die Angriffsfläche, da nicht jede Anfrage direkt von einem Prozess mit Root-Rechten verarbeitet werden muss.

Die Backend-Architektur verwendet außerdem bewährte Komponenten aus dem Proxmox-Backup-Server-Umfeld.

9. PDM und Proxmox Backup Server

Auch Proxmox Backup Server lassen sich als Remotes einbinden.

Dadurch erhält der Administrator eine zentrale Übersicht über seine Backup-Infrastruktur.

Besonders interessant ist das, wenn mehrere PBS-Systeme betrieben werden, beispielsweise ein lokaler Backup-Server und ein weiterer Server an einem anderen Standort.

PDM kann Informationen über Backup-Datastores und den Zustand der angebundenen PBS-Systeme zentral darstellen.

Allerdings übernimmt PDM nicht die eigentliche Datensicherung. Backup-Jobs, Datenspeicherung, Aufbewahrungsregeln und die Wiederherstellung bleiben Funktionen der beteiligten Proxmox-Systeme.

PDM ist somit eine zusätzliche Verwaltungsebene, kein eigenständiges Backup-System.

10. Updates und zentrale Überwachung

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Administratoren Informationen über verfügbare Aktualisierungen und laufende Aufgaben zentral einsehen können.

PDM führt Aufgabeninformationen aus den unterschiedlichen Remotes zusammen. Dadurch lassen sich beispielsweise fehlgeschlagene Verwaltungsaufgaben schneller erkennen.

Auch die Übersicht über verfügbare Updates erleichtert die Wartungsplanung.

Trotzdem sollte man unterscheiden zwischen einer zentralen Verwaltungsoberfläche und einer vollständigen Monitoring-Lösung.

PDM bietet eine umfangreiche Übersicht über Proxmox-Ressourcen. Für besondere Anforderungen wie individuelle Alarmierungsregeln, langfristige Metrikanalysen oder die Überwachung beliebiger Netzwerkgeräte können zusätzliche Monitoring-Systeme weiterhin sinnvoll sein.

11. Grenzen des Proxmox Datacenter Managers

So praktisch PDM ist, einige Einschränkungen sollte man kennen.

PDM ersetzt keine Clusterfunktionen wie Corosync, Quorum oder Hochverfügbarkeit. Er stellt auch keinen gemeinsamen Storage für unterschiedliche Proxmox-Systeme bereit.

Ebenso wenig macht PDM inkompatible CPU-Architekturen, Netzwerkkonfigurationen oder Storage-Systeme automatisch migrationsfähig.

Nicht jede Einstellung der angebundenen Proxmox-Systeme kann direkt innerhalb von PDM vorgenommen werden. Für spezielle Verwaltungsaufgaben bleibt der Zugriff auf die ursprüngliche Weboberfläche erforderlich.

Außerdem entwickelt Proxmox den Datacenter Manager kontinuierlich weiter. Einige Funktionen, etwa erweiterte Organisationsmöglichkeiten, feinere Berechtigungskonzepte und zusätzliche Massenoperationen, stehen auf der offiziellen Roadmap. Eine dort genannte Funktion ist nicht automatisch bereits Bestandteil der installierten Version.

12. Für wen ist PDM besonders interessant?

PDM ist vor allem dann sinnvoll, wenn mehrere unabhängige Proxmox-Systeme verwaltet werden müssen.

Bei einem einzelnen Proxmox-VE-Server ist der zusätzliche Verwaltungsaufwand möglicherweise größer als der Nutzen.

Anders sieht es aus, wenn mehrere Hosts, Cluster oder Backup-Server betrieben werden. Hier kann PDM die tägliche Administration erheblich vereinfachen.

Ein typisches Beispiel wäre ein Homelab mit mehreren Proxmox-Hosts, einem lokalen PBS und einem externen Backup-Server. Statt für jeden Server eine eigene Weboberfläche aufzurufen, können die wichtigsten Informationen an einer zentralen Stelle eingesehen werden.

Auch für IT-Dienstleister, die mehrere voneinander getrennte Kundenumgebungen betreuen, ist dieses Konzept interessant. Voraussetzung ist natürlich eine sauber geplante Netzwerkanbindung und ein durchdachtes Berechtigungskonzept.

Schlussendlich

Der Proxmox Datacenter Manager erweitert die Proxmox-Welt um eine zentrale, übergeordnete Verwaltungsebene.

Seine besondere Stärke liegt darin, dass er unterschiedliche Proxmox-VE- und Proxmox-Backup-Server-Umgebungen zusammenführt, ohne deren Eigenständigkeit aufzugeben.

Die vorhandenen Virtualisierungs- und Backup-Systeme arbeiten weiterhin unabhängig. PDM kümmert sich um die zentrale Übersicht, die Verwaltung und die Koordination unterstützter Aktionen.

Gerade bei mehreren Hosts oder Standorten kann das den administrativen Aufwand deutlich reduzieren.

Für mich ist PDM deshalb vor allem eines: eine sinnvolle Ergänzung für Administratoren, die ihre Proxmox-Infrastruktur nicht mehr Server für Server, sondern als zusammenhängende Umgebung verwalten möchten.

Weiterführende offizielle Dokumentation

Technischer Stand: Proxmox Datacenter Manager 1.1.7, Dokumentation vom Juli 2026. Einzelne Funktionen können je nach installierter Version abweichen.

Ralf-Peter Kleinert / ComputerRalle
Ich verwende moderne KI-Systeme als unterstützendes Werkzeug, um meine Texte zu strukturieren, sprachlich zu überarbeiten und in eine verständliche Form zu bringen. Dabei nutze ich Künstliche Intelligenz unter anderem zur Korrektur von Rechtschreibung und Grammatik, zur besseren Gliederung von Inhalten sowie zur Optimierung von Formulierungen. Dennoch schreibe ich meine Inhalte zunächst komplett alleine. Bilder und Thumbnails bearbeite ich wieder komplett selbst in Photoshop. KI-Bilder sehen alle gleich aus – das passt mir nicht. KI zum korrigieren zu verwenden ist für mich eine enorme Zeitersparnis, sodass ich mich stärker auf die eigentlichen Inhalte konzentrieren kann.

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