Heute beginne ich ein neues Experiment. Ich werde mich in den kommenden Wochen intensiv mit Google Gemini beschäftigen und testen, ob dieses KI-System für meinen Arbeitsalltag geeignet ist. Der kostenlose Testzeitraum läuft einen Monat, danach werde ich entscheiden, ob sich für mich ein Business-Abonnement lohnt.

Neugierig bin ich definitiv. Denn die Erwartungen an moderne KI-Systeme sind inzwischen enorm.

Künstliche Intelligenz entwickelt sich aktuell mit einer Geschwindigkeit weiter, die man vor einigen Jahren kaum für möglich gehalten hätte. Viele Menschen verbinden KI immer noch nur mit einfachen Chatbots oder kurzen Textantworten. In Wirklichkeit entstehen hier aber längst vollwertige Werkzeuge für den täglichen Einsatz am Computer.

Genau deshalb möchte ich mir Gemini jetzt genauer ansehen.

Das System kann inzwischen weit mehr als nur einfache Fragen beantworten. Texte schreiben, Informationen strukturieren, PDFs analysieren, Bilder erkennen, Inhalte zusammenfassen, Tabellen auswerten oder Ideen entwickeln gehören heute praktisch zum Standard. Besonders interessant finde ich dabei die enge Verzahnung mit den Google-Diensten. Gmail, Google Docs, Tabellen, Drive und andere Plattformen sind direkt angebunden.

Und genau dort könnte die eigentliche Stärke liegen.

Viele Menschen arbeiten ohnehin täglich mit Google-Diensten. Wenn eine KI direkt in diese Arbeitsumgebung integriert wird, könnte daraus ein sehr leistungsfähiges System entstehen. Zumindest auf dem Papier klingt das erst einmal interessant.

Aber Theorie und Praxis sind bekanntlich zwei unterschiedliche Dinge.

Deshalb werde ich Gemini nicht nur kurz antesten, sondern wirklich im Alltag einsetzen. Beim Schreiben von Artikeln, beim Strukturieren von Informationen, bei technischen Recherchen, bei der Arbeit mit Dokumentationen und natürlich auch bei typischen Aufgaben aus meinem täglichen Umfeld.

Mich interessiert vor allem, wie gut das System mit komplexeren Themen umgehen kann. Gerade technische Inhalte sind für viele KI-Systeme eine echte Herausforderung. Linux, Server, Proxmox, Backup-Strategien, Netzwerke oder IT-Sicherheit verlangen oft sehr präzise Antworten. Dort zeigt sich schnell, ob eine KI nur gut formulieren kann oder ob sie tatsächlich brauchbare Unterstützung liefert.

Auch die allgemeine Arbeitsgeschwindigkeit spielt für mich eine große Rolle. Wie flüssig arbeitet das System? Wie gut funktioniert die Verarbeitung größerer Texte oder Dateien? Wie sinnvoll sind die KI-Funktionen im praktischen Einsatz wirklich?

Denn genau das ist der Punkt:
Am Ende zählt nicht das Marketing.
Am Ende zählt, ob ein Werkzeug tatsächlich hilft.

Ich beschäftige mich seit Jahrzehnten mit Computern und technischen Entwicklungen. Von den frühen Heimcomputern über Windows, Internet, Netzwerke und Virtualisierung bis heute hin zur KI habe ich die Entwicklung aktiv begleitet. Deshalb wäre es für mich völlig unsinnig, moderne KI-Systeme einfach zu ignorieren.

Natürlich nutze ich bereits verschiedene KI-Modelle. Unter anderem ChatGPT, lokale Modelle über LM Studio und andere Systeme. KI gehört heute für viele Menschen längst zum digitalen Alltag. Die eigentliche Frage lautet nicht mehr, ob man KI nutzt, sondern wie sinnvoll man sie einsetzt.

Genau deshalb starte ich jetzt diesen Test mit Gemini.

Und selbstverständlich werde ich meine Erfahrungen später offen veröffentlichen. Sowohl positive Eindrücke als auch Probleme, Schwächen oder Dinge, die im Alltag vielleicht nicht überzeugen konnten. Denn nur so lässt sich wirklich beurteilen, ob ein System dauerhaft sinnvoll nutzbar ist oder am Ende doch nur gut klingt.

Warum Google? Warum Gemini?

Ich selbst bin bei diesem Thema immer ein wenig zwiegespalten und widersprüchlich. Das liegt einfach an der Sache an sich. Einerseits weiß ich natürlich, dass die großen Big-Tech-Unternehmen enorme Mengen an Daten sammeln. Andererseits sehe ich aber auch, dass Europa aktuell kaum etwas besitzt, um technologisch wirklich dagegenhalten zu können.

Und genau dort beginnt für mich das eigentliche Problem.

Die EU spricht ständig davon, digital souveräner werden zu wollen. Gleichzeitig zwingt sie Unternehmen aber ein gesetzliches Korsett auf, das so eng geworden ist, dass viele Entwicklungen bereits im Ansatz ausgebremst werden. Hohe Auflagen, immer neue Vorschriften, Bürokratie und rechtliche Unsicherheiten sorgen dafür, dass Innovationen oft schon im Keim erstickt werden.

Wie soll Europa ernsthaft mit den USA oder China konkurrieren, wenn Unternehmen hier gefühlt zuerst einmal durch einen Berg aus Regeln, Vorgaben und Einschränkungen klettern müssen, bevor überhaupt entwickelt werden darf?

Die Realität sieht doch so aus:
Während in anderen Teilen der Welt riesige KI-Systeme entstehen, diskutiert Europa häufig zuerst darüber, was alles verboten, reguliert oder eingeschränkt werden muss. Natürlich sind Datenschutz und Rechte wichtig. Daran gibt es keinen Zweifel. Aber irgendwann entsteht dadurch auch ein massiver Wettbewerbsnachteil.

Und genau deshalb bin ich innerlich hin- und hergerissen.

Als technikbegeisterter Mensch möchte ich eigentlich nicht, dass irgendwelche Konzerne alles über mich wissen. Ich sehe die Probleme. Ich sehe die Datensammlungen. Ich sehe die Abhängigkeiten. Aber gleichzeitig werde ich im Alltag praktisch dazu gezwungen, die Dienste dieser globalen Anbieter zu verwenden, weil dort nun einmal die leistungsfähigsten Systeme entstehen.

Und dann kommt natürlich automatisch die Frage:
Was soll ich mit einer europäischen KI anfangen, wenn sie im Alltag einfach nicht mithalten kann?

Das klingt hart, aber genau dort stehen wir aktuell. Viele Menschen wollen Alternativen aus Europa. Ich übrigens auch. Aber diese Alternativen müssen am Ende eben nicht nur „europäisch“ sein, sondern auch wirklich funktionieren und konkurrenzfähig sein.

Ich bleibe bei Goolge, weil ich schon immer bei Google war

Noch nie hat mir in meiner digitalen Arbeit wirklich eine Firma aus der EU geholfen. Das muss ich an dieser Stelle einfach einmal ganz klar sagen.

Ohne die großen internationalen Plattformen gäbe es ComputerRalle in dieser Form vermutlich gar nicht.

Ohne Google hätte ich viele meiner Inhalte niemals so verbreiten können. Ohne YouTube hätte ich keine Möglichkeit gehabt, meine Videos einer so großen Zahl von Menschen zugänglich zu machen. Ohne moderne Cloud-Dienste, Suchmaschinen, Plattformen und digitale Werkzeuge wäre vieles von dem, was ich heute mache, überhaupt nicht möglich gewesen.

Das ist die Realität.

Und genau deshalb bin ich bei diesem Thema oft so zwiegespalten.

Einerseits sehe ich natürlich die Probleme. Datensammlungen, Tracking, Abhängigkeiten und die enorme Macht großer Technologiekonzerne sind reale Themen. Darüber muss man nicht diskutieren. Aber andererseits sehe ich eben auch, wer die Werkzeuge baut, die heute tatsächlich funktionieren und Menschen produktiver machen.

Die unbequeme Wahrheit ist:
Viele digitale Werkzeuge, die heute unseren Alltag bestimmen, kommen eben nicht aus Europa.

Und ich sage das nicht aus irgendeiner politischen Richtung heraus, sondern aus meiner praktischen Erfahrung heraus. Ich arbeite seit Jahrzehnten mit Computern. Ich teste Systeme, Plattformen, Software und Dienste nahezu täglich. Und wenn ich ehrlich bin, dann kamen die Werkzeuge, die mich wirklich weitergebracht haben, meistens aus den USA.

Ohne Google gäbe es ComputerRalle nicht!

Das mag manchen nicht gefallen, aber genau so sieht meine persönliche Realität aus.

Die EU und Brüssel machen alles kaputt

Ich habe selbst lange versucht, digital souveräner zu werden. Wirklich lange. Ich habe viele europäische Dienste getestet, Alternativen ausprobiert und versucht, mich unabhängiger von den großen Konzernen zu machen. Aber wenn ich ehrlich bin, war das in der Praxis oft einfach nur anstrengend.

Ein Beispiel ist Proton. Die Idee hinter den Diensten finde ich grundsätzlich gut. Datenschutz, Verschlüsselung und mehr Kontrolle über die eigenen Daten sind wichtige Themen. Aber was bringt mir das alles, wenn die Systeme im Alltag Probleme machen?

Der Proton-Kalender funktioniert vernünftig nur mit aktiver Internetverbindung. Meine Tochter hat dadurch sogar einmal ihre kompletten Termine verloren. Und als ich versucht habe, die exportierte ICS-Datei woanders zu importieren, ging das praktisch nirgendwo sauber. Weder bei Google Kalender, noch in Thunderbird oder in der Nextcloud.

Genau solche Dinge treiben Menschen am Ende wieder zurück zu den großen Plattformen.

Denn am Ende wollen die meisten Menschen keine Dauerbaustelle, sondern Werkzeuge, die einfach funktionieren.

Und genau dort liegt für mich aktuell das große Problem vieler europäischer Lösungen. Vieles wirkt sperrig, kompliziert oder unfertig. Oft hat man das Gefühl, dass sich Systeme eher an absolute Nerds richten als an normale Menschen oder kleine Unternehmen.

Auch bei der Nextcloud merkt man das immer wieder. Ich mag die Idee dahinter wirklich. Aber im Alltag läuft vieles eben nur „halb gut“. Mal funktioniert etwas nicht richtig, mal gibt es Probleme mit Apps, mal hakt die Synchronisation oder irgendein Update sorgt wieder für neue Baustellen.

Und irgendwann kommt einfach der Punkt, an dem man sich fragt:
Warum mache ich mir das eigentlich alles so schwer?

Dazu kommt dann noch die politische und gesetzliche Situation in Europa. Immer mehr Vorschriften, immer mehr Regeln, immer mehr Bürokratie. Kleine Unternehmen und kleine Entwickler werden damit teilweise regelrecht erdrückt. Während die großen internationalen Konzerne ganze Rechtsabteilungen beschäftigen, kämpfen kleine Firmen oft schon damit, überhaupt noch hinterherzukommen.

Und genau deshalb habe ich inzwischen oft das Gefühl:
So wird das nichts.

Europa möchte digital unabhängiger werden, macht es aber gleichzeitig unglaublich schwer, überhaupt konkurrenzfähige Systeme aufzubauen. Viele Ideen scheitern nicht an fehlendem Können, sondern an einem Umfeld, das Innovation eher bremst als fördert.

Das alles ist auf Dauer einfach extrem anstrengend.

Und deshalb lande ich am Ende wieder bei Google, YouTube und den großen Plattformen.

Es hat für mich den Anschein, als ob die EU und die Politiker in der gesamten EU den Plan verfolgen, alles in der EU – jede Firma, jede neue Entwicklung mit absicht zu verhindern und im Keim zu ersticken. Die wollen das Europa krachen geht. Anders kann ich mir das nicht mehr erklären.

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